Papiermühle Inhaltsverzeichnis Geschichte | Funktionsweise und Prinzip | Probleme für Mensch und Natur | Schauanlagen, Museen | Siehe auch | Literatur | Weblinks | Einzelnachweise | NavigationsmenüCommons: Papiermühlepapierschule.orgDie PapiermühlePatent-PapierfabrikPapiermühle Plöger, Schieder-SchwalenbergGoogle-Bookspapiermuehle.at4173213-3AKS
PapiermühleMühlentyp nach ProduktPapierherstellung
gewerblicher BetriebPapierItalienFabrianoStampfwerkPapierleimungSchöpfsiebesUlman StromerPegnitzHartmann SchedelsHochmittelalterSchöpfrahmensiebenBütteHadernZellstoffStampfgang
Papiermühle
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Papiermühle mit Papiermacher beim Schöpfen aus der Bütte
Eine Papiermühle ist ein gewerblicher Betrieb zur Herstellung von Papier.
Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Funktionsweise und Prinzip
3 Probleme für Mensch und Natur
4 Schauanlagen, Museen
5 Siehe auch
6 Literatur
7 Weblinks
8 Einzelnachweise
Geschichte |
Die wiedererrichtete Hadermühle Stromers im unteren rechten Eck dieser Nürnberger Stadtansicht von 1493. Wie alle Papiermühlen lag sie aufgrund des Gestanks und Lärms außerhalb der Stadtmauern.
Die Schnabelsmühle von J. W. Zanders, Holzstich um 1850
Über arabische Händler gelangte im 13. Jahrhundert Papier nach Italien. In der Folge bildete sich in der Mitte dieses Jahrhunderts im mittelitalienischen Fabriano das erste europäische Papiermacherzentrum heraus. Von dort gingen wichtige Verbesserungen für die Papierherstellung aus, wie beispielsweise das wasserradgetriebene Stampfwerk für den Rohstoff, die Papierleimung auf tierischer Rohstoffbasis und die Erfindung des Schöpfsiebes aus Metalldraht.
Die erste deutsche Papiermühle (Papiermacherwerkstatt) wurde 1390 von dem Nürnberger Handelsherrn Ulman Stromer (1329–1407) in Betrieb genommen.[1] Er hatte 1389/90 eine alte Kornmühle, die Gleismühl an der Pegnitz bei Nürnberg, zu einer Papiermühle umbauen lassen, die mit Wasserradantrieb arbeitete. Als Holzschnitt findet sie sich auf einer Darstellung der Stadt Nürnberg in Hartmann Schedels Weltchronik von 1493. Heute existieren verschiedene Orte und Straßen des Namens Papiermühle.[2]
Funktionsweise und Prinzip |
Das Prinzip der Papierherstellung in Europa beruht seit dem Hochmittelalter darauf, dass der Papiermacher mit Schöpfrahmensieben dünne Schichten aus dünnflüssigem Papierbrei aus der Bütte absiebte und diese anschließend gepresst, geleimt und getrocknet wurden.[3] Mit dem Aufkommen der Papiermühlen konnten durch diese fortan die Rohstoffe, Hadern und Zellstoff, durch die Wasserkraft mechanisch zerkleinert und gerührt werden.[3] Nach ausreichender Ablagerung wurden die nun fast fertigen Papierstücke in einem Stampfgang mit Hammergeschirr gepresst.[3]
Probleme für Mensch und Natur |
Die Papierherstellung mit Lumpen stellte eine große Belastung für die Umwelt dar, da durch das Waschen der Lumpen sehr viel Schmutzwasser anfiel, das in die Gewässer zurückgeleitet wurde.[3] Auch nicht selten entstanden bei den Arbeitern durch den Umgang mit den Rohstoffen der Papierherstellung gesundheitliche Schäden.[3]
Schauanlagen, Museen |
Papiermuseum Alte Dombach in Bergisch Gladbach- Stiftung Zanders
- Basler Papiermühle
Papiermühle Homburg (Markt Triefenstein)
Papiermühle Plöger (Schieder-Schwalenberg)
Papiermühle Zwönitz (Zwönitz)- Papiermühle Mörzinger[4] (Bad Großpertholz, NÖ)
Papiermühle Velké Losiny in Tschechien
Papiermuseum in Duszniki-Zdrój (Duszniki-Zdrój/Bad Reinerz) in Polen- Schauanlage Neumann-Mühle, Kirnitzschtal – Sächsische Schweiz
- Museo della Carta, im Valle delle Cartiere, Toscolano-Maderno, Italien
- Museo della Carta e della Filigrana (Papier- und Filigran-Museum), Fabriano, Region Marken/Italien
Siehe auch |
- Historische Herstellung von Papier in Europa
- Papiermuseum
- Räbke
- Salzer Papier
- Maurenbrecher (Familie)
- Metalltuch
- Holländermüller
Literatur |
Günter Bayerl: Die Papiermühle. Vorindustrielle Papiermacherei auf dem Gebiet des alten deutschen Reiches – Technologie, Arbeitsverhältnisse, Umwelt, 2 Teile. Peter Lang, Frankfurt/Main u. a. 1987
Versuch eines Verzeichnisses der Papiermühlen in Franken. In: Johann Caspar Bundschuh, Johann Christian Siebenkees (Hrsg.): Journal von und für Franken, Nürnberg 1791, Band 3, S. 233–238.- Erwin Frauenknecht: Papiermühlen in Württemberg. Forschungsansätze am Beispiel der Papiermühlen in Urach und Söflingen. In: Carla Meyer (Hrsg.): Papier im mittelalterlichen Europa. Herstellung und Gebrauch. Berlin [u. a.] 2015, S. 93–114.
- Carla Meyer (Hrsg.): Papier im mittelalterlichen Europa. Herstellung und Gebrauch. Berlin [u. a.] 2015
- Olaf Mußmann: Papier, Pulver und sanfte Energie. Alltag und Technik im vorindustriellen Mühlengewerbe. Münster 1993
Weblinks |
papierschule.org Interaktive Plattform des Verbandes Deutscher Papierfabriken zu den Themen Rohstoffe, Produktion, Recycling und spezifischen Berufsbildern in der Papierindustrie- Dieter Freyer: Die Papiermühle aus „Kleine Papiergeschichte“
Patent-Papierfabrik Internetseite der Patent-Papierfabrik in Sieversdorf-Hohenofen, die eine komplette Produktionsstrecke beherbergt- Papiermühle Plöger, Schieder-Schwalenberg
Einzelnachweise |
↑ Detaillierte Darstellung von Mechanik und Technik historischer Sägemühlen bei Peter Nikolaus Caspar Egen: Papiermühlen. In: ders.: Untersuchungen über den Effekt einiger in Rheinland-Westphalen bestehenden Wasserwerke, hrsg. vom Ministerium des Innern für Handel, Gewerbe und Bauwesen, Teil I-II. A. Petsch, Berlin 1831, S. 171–176 (Google-Books).
↑ Überlieferte Standorte von historischen Papiermühlen finden sich auf der Begriffsklärungsseite.
↑ abcde Jutta Böhm: Mühlen-Radwanderung. Routen: Kleinziegenfelder Tal und Bärental, Umweltstation Weismain des Landkreises Lichtenfels, Weismain/Lichtenfels (Landkreis Lichtenfels), 2000, 52 S. (zahlr. Ill., Kt.), S. 5–6
↑ papiermuehle.at
Kategorien:
- Papiermühle
- Mühlentyp nach Produkt
- Papierherstellung
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